Kein Schlafplatz? – Was Du jetzt tun kannst!
Kein Schlafplatz? – Was Du jetzt tun kannst!
Kein Schlafplatz für die Nacht? Wir erklären Dir, was Du nach 19 Uhr oder am Wochenende tun kannst.
Du stehst nach 19 Uhr ohne Schlafplatz da und weißt nicht weiter? Keine Panik! Hier erhältst Du einen Überblick über verschiedene Notlösungen. Damit musst Du die Nacht nicht im Freien verbringen. Sobald Du die Nacht überstanden hast, kannst Du Dich bei uns melden. Gemeinsam finden wir eine Lösung! Unser Beratungsangebot richtet sich an junge Menschen bis 27 Jahre.
Erste Schritte: Freunde & Bekannte
Oft hilft es, zuerst an das Offensichtliche zu denken:
- Das Sofa bei Freunden: Frage Freunde oder Bekannte, ob Du spontan für eine Nacht auf der Couch schlafen kannst.
- Günstige Unterkunft: Wenn Du etwas Geld hast, kannst Du dir ein Bett in einer Jugendherberge oder einem Hostel nehmen.
Wenn alles nichts hilft: Notlösungen für die Nacht
Kommen die genannten Optionen nicht in Frage, bleiben erstmal nur Notlösungen, um die Nacht sicher zu überstehen. Bedenke aber: Diese sind wirklich nur für die Nacht gedacht. Am nächsten Tag solltest Du Dich unbedingt um weiterführende Hilfe kümmern.
Wichtiger Hinweis: Wenn Du nicht weißt, wo Du Hilfe finden kannst, melde Dich bei uns per Chat oder Telefon. Montag bis Freitag sind wir von 9 – 19 Uhr für Dich da. Je früher du Dich meldest, desto besser können wir Dich unterstützen!
Die Suche nach einer Notunterkunft kann erstmal überfordernd wirken. Bleibe ruhig und versuche, systematisch vorzugehen. Wir haben einige Optionen für Dich aufgelistet, die Dir weiterhelfen:
- Notschlafstellen: Für obdachlose Menschen sind Notschlafstellen oft die erste Anlaufstelle. Sie bieten Dir eine kostenlose oder sehr günstige Übernachtungsmöglichkeit. Meist ist die Ausstattung eher einfach gehalten. Dafür hast Du ein festes Dach über dem Kopf und bist vor Kälte und den Gefahren der Straße geschützt. Wichtig: Da die Plätze begrenzt sind, solltest Du frühestmöglich anrufen, um einen Platz zu reservieren. Sollten die Plätze bereits belegt sein, können Dir die Mitarbeitenden Infos zu Ausweichmöglichkeiten geben. Suche im Internet nach "Notschlafstelle" und deinem Ort oder nutze das Portal woundwie.de.
- Nutze das Portal woundwie.de und wähle "Notübernachtung" als die Art der Hilfe, nach der Du suchst und gib deinen Aufenthaltsort an (siehe Screenshot weiter unten).
- Achte auf getrennte Unterkünfte für Frauen und Männer.
- Wärmestuben/Tagesaufenthalte: Einige Tagesaufenthalte oder Wärmestuben, die tagsüber Anlaufstellen für Obdachlose sind, bieten auch eine Notübernachtung an. Informiere Dich telefonisch, ob dies der Fall ist.
- Bahnhofsmission: An größeren Bahnhöfen gibt es oft eine Bahnhofsmission. Hier kannst du Dich nicht nur aufwärmen, sondern auch Informationen zu Notschlafstellen und anderen Hilfeangeboten erhalten. In manchen Fällen können sie auch eine Schlafmöglichkeit vermitteln.
- Kirchliche Einrichtungen: Auch Kirchengemeinden engagieren sich oft in der Obdachlosenhilfe und bieten Notunterkünfte an. Frage in der Gemeinde in Deiner Nähe nach.
- Notunterkünfte der Stadt: Viele Städte stellen im Winter zusätzliche Notunterkünfte bereit, um Obdachlose vor der Kälte zu schützen. Diese sind oft sehr einfach, aber bieten Schutz und Wärme. Informiere Dich bei der Stadtverwaltung oder im Internet.
- Krankenhäuser: Falls Du akut erkrankt bist, kannst Du Dich an ein Krankenhaus wenden. Krankenhäuser sind verpflichtet, Dir medizinische Hilfe zu leisten. Gegebenenfalls können sie Dich an eine Notunterkunft weitervermitteln.
- 24/7 Hotlines: Manche Städte bieten Hotlines für Wohnungslose an, die rund um die Uhr besetzt. Hier erhältst Du auch nachts Auskunft zu Notunterkünften und anderen Hilfeangeboten. Suche im Internet nach "Obdachlosenhilfe Hotline" und deinem Ort.
- Kältebus: In vielen Städten gibt es im Winter Kältebusse, die nach obdachlosen Menschen Ausschau halten und sie in Notunterkünfte bringen. Suche im Internet nach "Kältebus" oder "Kältehilfe" und dem Namen deiner Stadt oder deines Landkreises.
- Polizei: Wenn Du keine andere Möglichkeit findest, kannst Du Dich an die Polizei wenden. Sie sind verpflichtet, Dir zu helfen, denn Obdachlosigkeit stellt per Gesetz eine Störung der öffentlichen Sicherheit dar.
Spezielle Situation: Minderjährige in Not
Für junge Menschen unter 18 Jahren gelten besondere Schutzbestimmungen.
Hilfe für Minderjährige:
- Bereitschaftsdienst des Jugendamts: Du kannst im Internet nach dem telefonischen Bereitschaftsdienst des Jugendamtes in Deiner Stadt oder Deinem Landkreis suchen. Nutze dafür Stichworte wie "Bereitschaftsdienst Jugendamt", "Jugendnotruf", "Jugendnotdienst" oder "Mädchennotruf". Minderjährige stehen unter einem besonderen Schutz. Diese Stellen sind verpflichtet, Dir zu helfen.
- Polizei: Wenn Du den Bereitschaftsdienst nicht erreichst, keine Stelle findest oder nicht telefonieren kannst, wende Dich an die Polizei. Sie muss Dich in eine Inobhutnahmestelle bringen, wo Du für die Nacht bleiben kannst.
Wichtiger Hinweis: Hab keine Angst vor der Polizei! Es gehört zu ihren Aufgaben, Menschen in Notsituationen zu helfen.
Hilfe bei häuslicher Gewalt
Wenn Du obdachlos bist, weil du vor Gewalt geflohen bist, hast Du als Frau die Möglichkeit, Dich an ein Frauenhaus zu wenden.
- Frauenhaus: Auf www.frauen-info-netz.de kannst Du nach Frauenhäusern mit freien Plätzen suchen.
- Die Polizei kann Dich in ein Frauenhaus bringen.
Wichtige Sicherheitshinweise
Vermeide riskante Experimente und nimm keine vermeintlich großzügigen Angebote von Fremden an.
- Schlafe nicht in Hinterhöfen oder Hauseingängen, besonders im Winter.
- Wende Dich im Zweifelsfall an die Polizei.
Keine Sorge: Du bist nicht allein!
Auch wenn Deine Situation aussichtslos erscheint, bist Du nicht allein. Hab keine Angst, Dich an die genannten Stellen zu wenden. Wenn Du weitere Hilfe brauchst, melde Dich Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr bei uns im Chat. Alternativ kannst Du jederzeit unser Kontaktformular nutzen – das steht Dir rund um die Uhr zur Verfügung. Wir melden uns dann bei Dir.
Kontaktformular
Datenschutz
Vertrauen und Datenschutz sind bei uns schon immer von größter Bedeutung!
- Deine Nachrichten an uns und Dein Beratungsverlauf werden sicher und verschlüsselt gespeichert. So behalten wir jederzeit den Überblick über Deinen Hilfebedarf und können Dich am besten beraten.
- Wir löschen Deinen persönlichen Datensatz automatisch ein Jahr nach unserem letzten Kontakt. Du kannst die Löschung Deiner persönlichen Daten jederzeit beauftragen. Wir löschen dann innerhalb von 48 Stunden.
- Wir geben persönliche Daten nur mit Deiner Genehmigung weiter, etwa wenn wir für Dich einen Antrag bei einer Behörde einreichen sollen. Einzige Ausnahme: Du kündigst eine schwere Straftat (§138 StGB) oder einen Suizid an.
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